Kempten, an der Stiftsbleiche 5 – die Adresse meines neuen Büros. Und der Ort, mit dem über sechs Jahre Homeoffice zu Ende gehen. Auch wenn ich erst seit einer Woche zum ersten Mal dort gearbeitet habe und noch in der Eingewöhnungsphase bin, merke ich schon, wie tief und grundlegend die Veränderungen für mein Leben sind.
Rückblende, Festwoche 2025: Es ist ein schöner Sommertag, als ich in Kempten auf der Festwoche meinen Schnuppergolf-Paten an seinem Stand besuche. Wir reden über unsere Golferfahrungen, die Entwicklungen unserer Unternehmen und unsere Pläne für die Zukunft. Und er erzählt mir von einem denkmalgeschützten Haus, das er mit Geschäftspartnern gekauft hat. Um es zu sanieren und eine Halle für ihre Handwerksbetriebe nebenan zu bauen. Außerdem spricht er davon, dass sie Coworking-Räume anbieten werden, zu richtig günstigen Preisen. Schon in dem Moment spüre ich, wie mein Interesse geweckt ist und ich mache auf dem Rückweg einen Abstecher zu diesem Gebäude. Der erste Blick ist ernüchternd, ein abgenutztes Haus, mehrere Jahrzehnte ungenutzt, grau und mit kleinen Fenstern, aus denen ich auf sehr dunkle Innenräume schließe.
Trotzdem ertappe mich im Folgejahre immer wieder dabei, wie mein Blick zu dem Haus wandert, wenn ich dran vorbeifahre.
Ein Jahr später, beim Festival der Zukünfte treffe ich meinen Golfpaten wieder, an seinem Stand auf dem Zukunftsfest. Im Hintergrund das Bild eines frisch sanierten Gebäudes, jetzt steht es freundlich und hell da, wirkt sehr einladend. Im Gespräch erfahre ich, dass die Arbeiten kurz vor dem Abschluss sind und die noch freien Räume bald in die Vermarktung gehen sollen. Ein Grinsen huscht über mein Gesicht – “dann treff ich Dich ja genau rechtzeitig, kann ich mal vorbeikommen und es mir anschauen?”
Eine Woche komme ich zur Besichtigung und bin schon hin und weg, als ich auf den Hof fahre:
Die Begeisterung hält auch die ganze Besichtigung über an, die alte Stiftsbleiche ist nicht nur ein Schmuckstück geworden, sondern auch noch bestens ausgestattet: mit Fahrradkeller, zwei Duschen, einer gemeinsam genutzten Küche, einer Außenbereich für die Pausen und unter dem Dach ein Veranstaltungsraum. Dazu Parkplätze ohne Ende und sehr gut angebunden. Nicht zuletzt für mich auf der passenden Seite von Kempten, ganz im Norden. 10 Minuten mit dem Auto und knapp 25 mit dem Fahrrad, ich kann sogar mit dem Bus fahren.
Doch die Ausstattung ist nicht alles, auch bauphysikalisch und ökologisch ist das Gebäude und das ganze Gelände sehr durchdacht: Eine Photovoltaikanlage auf der neuen Halle versorgt das ganze Gelände mit Strom, die Sanierung wurde mit Ökobaustoffen durchgeführt und ein Wasserkonzept sorgt dafür, dass alles Regenwasser solange auf dem Gelände bleibt, bis es entweder versickert oder verdunstet ist. Und die vielen Parkplätze und Fahrwege rund um das Gebäude sind nicht versiegelt, sondern als Lehm-Sand-Gemisch mit Bewuchs angelegt.
Fortsetzung folgt, heute bin ich zu müde…