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Visionssuche 2026

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08.10.2026

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Visionssuche als Menschenrecht? Naturarbeit Allgäu beim Festival der Zukünfte 2026

Mit 8 anderen Visionssucheleitern waren wir beim Festival der Zukünfte in Kempten dabei - und haben nebenbei eine neue Initiative ins Leben gebracht

20. Mai 2026 | Erfahrungsbericht, gemeinsames Wirken, Übergangsritual

Visionssuche als Menschenrecht? Naturarbeit Allgäu beim Festival der Zukünfte 2026

“Wollen wir als Allgäuer Visionssucheleiter und -leiterinnen unsere Arbeit gemeinsam beim Festival der Zukünfte vorstellen?” Auch wenn ich die anderen eingeladenen Menschen nicht kannte und auch vom Festival der Zukünfte noch nichts gehört hatte, war ich bei der Einladung von Geseko sofort neugierig. Nicht nur, dass die Einladung genau zu der Zeit kam, als ich mir zum Ziel gesetzt hatte, bekannter zu werden. Sie hat auch meine Neugier auf inspirierende Menschen und die Lust auf Arbeiten in einem motivierten und gut verbundenen Team getroffen.

Obwohl die anderen alle mindestens genau so viele Projekte am Laufen haben wie ich, konnten wir innerhalb kürzester Zeit einen Abend für unser erstes Treffen finden – live und in Farbe. Positiv aufgeregt, voller Vorfreude und tatsächlich auch ordentlich nervös hab ich mich auf den Weg nach Kempten gemacht. Es wurde ein wundervoller Abend mit viel Freude und guten Ideen. Und vor allem viel Offenheit und Interesse aneinander. Was ich so nicht unbedingt erwartet hatte, da wir doch alle fast dieselbe Arbeit machen. Nach meinen Erfahrungen kurz zuvor bei BNI war ich mir nicht so sicher, wie viel Konkurrenz zwischen uns vorhanden sein würde. Doch im Gegenteil, wir alle waren sehr neugierig auf die Arbeit der anderen und vor allem, wo jeder seine Schwerpunkte setzt und aus welchen Quellen die Leidenschaft sprudelt.
An dem Abend durfte ich auch wieder den Zauber des Councils spüren – in knapp zweieinhalb Stunden haben wir uns auf einer sehr tiefen persönlichen Ebene kennengelernt und auch das Programm für einen ganzen Tag entworfen.

Mit diesem Schwung ging es weiter in die ersten Schritte der Umsetzung: Wo wollen und können wir unsere Veranstaltungen durchführen. Wie wollen wir die einzelnen Programmpunkte ausgestalten und wer führt sie durch. Wie wollen wir nach außen auftreten, wie heißen wir, wer sind wir überhaupt. Große Fragen, die bestehende Unternehmen nach Jahren immer wieder vor große Herausforderungen stellt. Und die wir ganz entspannt und online gemeinsam Schritt für Schritt beantwortet haben. Mit großer Achtsamkeit, offenem Herzen und gegenseitigem Respekt. Co-Kreation auf höchstem Niveau. Mit nem richtig geilen Ergebnis:

Eine Person mit Rucksack geht auf felsigem Gelände unter blauem Himmel spazieren. Das Bild wird von einem "festival der zukunft"-Logo und einem deutschen Text überlagert.

Auch unser Programm wurde immer konkreter, bunter – und umfangreicher. Neben dem Dienstag mit fünf verschiedenen Veranstaltungen haben wir uns auch für einen Stand beim Zukunftsfest entschieden und wollten den Visionssuchefilm “Erwachsen werden in der Wildnis” ins Kemptener Kino bringen. Auch in der inhaltlichen Arbeit konnte sich jeder wieder mit seinen Vorlieben und Schwerpunkten einbringen. So waren meine Parts “Übergangsrituale für Heranwachsende
in Zusammenarbeit mit Schulen”, für das ich als Unterstützung Simone Trillitsch und Nikel Gramlich gewinnen konnte, sowie “Männerzeit – Übergangsrituale und Begegnungsräume für Männer” gemeinsam mit Geseko.
Was sich vielleicht jetzt für Dich nach viel und anstrengender Arbeit anfühlt, war es allerdings nicht, zumindest für mich. Es ging alles sehr flüssig und leicht von der Hand. Was für mich vor allem am tollen Miteinander liegt. So viel Vertrautheit, Vertrauen und Freude am gemeinsamen Wirken erlebe ich auch nicht alle Tage.

Weil wir nach dem ersten gemeinsamen Live-Treffen nur noch zwei kürzere Online-Meetings hatten und dann die weitere Kommunikation vor allem über E-Mail und WhatsApp lief, hab ich mich dann auch sehr darauf gefreut, die anderen wiederzusehen. Und unser zweites Treffen war unser großer Tag, am 12. Mai 2026 im Haus International:

Veranstaltungsplan für den 12. Mai 2026 mit Workshops und Vorträgen über Übergangsriten, Naturprozesse und Visionssuche, mit Namen der Redner und Sitzungszeiten.

Doch was würde uns erwarten? Wie viele Teilnehmer kommen zu unserem Programm? 40, 14, 4 oder doch gar niemand? So richtig wussten wir das alle nicht, war es doch auch das erste Festival der Zukünfte in Kempten.
Und es ging am Morgen gleich richtig los, 16 Teilnehmer waren beim ersten Programmpunkt dabei und haben sich auf einen Schwellengang in die Wildnis der Kemptener Innenstadt begeben.
Gut besucht ging es auch weiter, bei meinem ersten Programmpunkt waren auch 16 Teilnehmer dabei, die sich für die Arbeit mit Jugendlichen interessierten. Dabei stellten Simone und Nikel vor, wie sie lange Jahre an der Montessori-Schule Freising die Schüler aller Klassenstufen mit Naturarbeit begleiteten und mit einem WalkAway den Abschied gefeiert haben. Dazu durfte ich die Phönixzeit vorstellen, wo ich zwei Tage nach dem Phönixwochende auch noch mehr verbunden war als ich es mit etwas Abstand bin. Dass wir mit den Eltern, Pädagogen und sonstigen Interessierten anschließend noch in einen so tiefen Austausch kamen und wir so viel positive Resonanz und Ermunterung für unsere Arbeit bekommen haben, hat mich sehr gefreut und meine Motivation weiter gestärkt.
In einer sehr kleinen und feinen Runde saßen Geseko, Nikel und ich mit drei Männern in der “Männerzeit”. Weil die Männer schon viel von unserer Arbeit kannten, sind wir schnell in einen sehr persönlichen Austausch gekommen, über unsere Erfahrungen in Männerkreisen, männliche Rollenbilder und wie es in Familien, Unternehmen und die Gesellschaft wirken kann, wenn Männer an ihren Themen arbeiten.. An der Stelle gilt allerdings “was im Council ist, bleibt im Council”, weswegen ich an der Stelle nicht weiter in die Tiefe gehe. Auf jeden Fall war es eine sehr verbindende Stunde, mit neuen Eindrücken und Inspirationen.

Geseko von Lüpke bei seinem Vortrag zu Visionssuche, eine Veranstaltung von Naturarbeit Allgäu beim Festival der Zukünfte 2026

Nach einem leckeren Essen der Küfa (Küche für alle) hat Geseko die anwesenden Gäste und uns bei seinem Vortrag zu Visionssuche ganz tief mitgenommen in die ganz besondere Welt zwischen den Welten. Seinen Worten zu lauschen war für mich auch nochmal sehr spannend. Nicht nur, dass ich neue Aspekte von Visionssuche kennenlernen durfte. Sondern auch, weil ich selbst gerade ganz kurz davor stehe, das zweite Mal raus in die Wildnis zu gehen, und mich damit mitten im Vorbereitungsprozess befinde.
Nach dem Vortrag haben wir einen großen Kreis mit allen Anwesenden gemacht und sind in den Austausch gegangen. Einige Fragen, wie vor allem die nach unserem Weg zu unserer Arbeit, haben uns als Team überraschende Möglichkeiten geboten, uns noch tiefer kennenzulernen. Und andere Fragen und Anmerkungen haben uns weitere spannende Blickwinkel auf das Übergangsritual geboten.
Mein ganz persönlicher Höhepunkt war die Anmerkung einer Teilnehmerin, die Visionssuche als Menschenrecht einschätzt. Als ein Recht, das jedem Menschen kostenlos zustehen sollte.
Wow, da ist nichts hinzuzufügen.

Bastian Bißwanger beim Festival der Zukünfte 2026 am Stand von Naturarbeit Allgäu

Zwei Tage später, an Himmelfahrt, waren wir mit einem Stand auf dem Zukunftsfest vertreten. Ursprünglich sollte das Fest auf einem großen Platz stattfinden, wegen sehr aktiven Eisheiligen wurde es kurzfristig in die BigBox verlegt. Vielleicht lag es am Wetter, vielleicht an der Verlegung ins Warme oder auch am verkaufsoffenen Feiertag in der Innenstadt, auf jeden Fall war überwältigend viel los. In der Halle insgesamt und auch an unserem Stand. Dabei konnten wir und die Menschen in unseren Gesprächen nochmal sehr davon profitieren, dass wir die Visionssuche- und Naturarbeit mit so vielen unterschiedlichen Schwerpunkten anbieten, so dass für so gut jeden was dabei war: Für Frauen und Männer, für queere Menschen, für ältere Menschen und Jüngere, für kürzere Formate oder mehrmonatige Angebote.
So hatte ich an dem Tag sehr viele spannende, inspirierende und nährende Gespräche, sowohl mit den Gästen an unserem Stand wie auch mit den Menschen hinter den anderen Ständen. Schon morgens beim Ankommen hab ich mich sehr lebendig gefühlt. Der eigene Körper kann schon sehr tolle Hormoncocktails mixen, da können keine äußeren Aufputschmittel mithalten.
Über 15 Jahre nach meiner letzten bonding-Messe bin ich auf eine Art wieder nach Hause gekommen. Endlich.

Das Team von Naturarbeit feiert nach dem Festival der Zukünfte in Kempten 2026. Von links nach rechts: Susanne Weimann, Mirjam Wyrsch, Melanie Schmid, Geseko von Lüpke, Greta Horn, Bastian Bißwanger. Nicht auf dem Bild: Sabine Wieler, Simone Trillitzsch, Nikel Gramlich

Gegen Abend wurde es dann immer ruhiger und wir konnten bei feuriger Live-Musik auf zwei erfolgreiche Tage und eine sehr gelungene Zusammenarbeit anstoßen – und auf alles, was vor uns liegt als “Naturarbeit Allgäu”.
Was das genau ist und wo uns der gemeinsame Weg hinführen wird, werden wir in den nächsten Monaten herausfinden. Dazu werde ich auch hier immer wieder schreiben, was sich bewegt.

Herzlichen Dank für die wundervolle gemeinsame Zeit:
Mirjam Wyrsch, Sabine Wieler und Susanne Weimann (Frauenzeit)
Melanie Schmid (Alma Allgäu)
Greta Horn (Einsraum)
Geseko von Lüpke
Simone Trillitzsch und Nikel Gramlich